Leben / Literatur / Musik

GROOVE online: 10 Verrisse aus 25 Jahren GROOVE

zehn-verrisse

Mein Leben wäre vielleicht einfacher, wenn ich es den anderen ein bisschen einfacher gestalten würde. Wenn ich nicht ihr Bücher oder Platten auch mal verreissen würde. Dann würde ich keine wütenden e-Mails erhalten, aus Presseverteilern fliegen oder aber auch mal persönlich angeknurrt werden.

Aber ich verreisse eben Bücher und Platten, wenn ich sie scheiße finde. Ein bisschen aus meinem journalistischen Arbeitsethos heraus, vor allem aber, weil ich alles andere als respektlos empfände. Ich habe keine Lust, für jemanden gut Wetter zu machen, sondern sogar ein wenig die Hoffnung, etwas bewirken zu können. Idealistisch? Maybe.

Wenn ich es aber nicht so halten, mich der gegenseitigen Honigbartschmiererei der Literatur- und Musikbetriebe beugen und nur mit Freundlichkeiten um mich duften würde – dann würde ich meinen Job erstens als sinnlos erachten und zweitens würde er mir schlicht keinen Spaß mehr machen.

Nein, nicht falsch verstehen: Ich geile mich nicht an Verrissen auf. Es ist vor allem der facettenreiche Dialog, auf den es mir ankommt. Zu diesem eine Stimme beizutragen, die gehört, der aber auch widersprochen werden kann. Gerne auch entschiedener, härter – aber bitte nicht auf so plümpliche Art bildungsbürglich und ad hominem wie letztens auf Facebook zu meinem Murakami-Verriss. Nur weil ich über etwas urteile, muss deswegen ja niemand über jemanden, sprich: mich urteilen.

Klar, in Print stehe ich irgendwie doch als letzte Instanz da, die unangreifbar ist. Aber keine Sorge, alles findet seinen Weg ins Social Web und wir können dann darüber reden. So wie das hier: Ich habe es auch im Rückblick der Jubiläumsausgabe der GROOVE gleich zwei Mal in die Liste mit 10 Verrissen aus dem letzten Vierteljahrhundert geschafft. Die Texte zu Anthony Rother und Hamlet stehen ebenfalls komplett online, ihr könnte ja eure Meinung dort oder hier hinterlegen.

Wer übrigens eine wirklich positive Rezension lesen möchte: Meine fast schon Kurzessay zu nennende Kritik zum letzten Herrndorf-Roman war die meistgelesene auf Fixpoetry im Oktober. Freut mich.

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