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konkrittles #3 – Han(g)over und Jan Skudlarek

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Großes Datum. I. hat Geburtstag, weswegen ich mich nach Hannover aufmache.

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Bzw.: Aufmachen will. Hätte die richtige Bahn sein können, war es aber nicht. Hätte schön aussehen können, tat es auch, für den Moment. Früh aufstehen und reisen ist wildromantisch, aber eben auch total behämmert.

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Ben Lerners Debütroman. Das hier klingt ein wenig wie Jan Skudlareks Erstling (siehe weiter unten), der eigentlich nicht so ganz so wirklich ein Erstling ist (siehe noch weiter unten).

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Dinge mit drei Wörtern zusammenzufassen: Nicht meine Stärke, Alliterationen immerhin Passion. Das letzte Mal vor wenigen Monaten gelesen, auch auf einer Busfahrt in ähnliche Richtung. Die Resultate variieren.

The Courtneys sind auch dabei, weil es 90210 werden wird und I. im Übrigen eine Tape-Party angekündigt hat.

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Finde bei ihr sogar noch Mixtapes, die ich ihr vor 10 Jahren gemacht habe. Schäme mich nur ein bisschen für das, was ich da raufgekritzelt habe. Aufzählungen! Ausrufezeichen! Na gut, doch schon etwas mehr.

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Gut zu wissen: Besaß damals schon die notwendige Selbstironie. Tracklist allein ist eine Zeitreise wert. Schön auch: Auftakt machen Orchid mit einem Sample von Iannis Xenakis, den ich vor Kurzem erst in Berlin auf dem CTM Festival besucht hatte. Die Vergangenheit kommt mal wieder wieder. So wie auch R., was mich wahnsinnig freut.

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Auch sweet: I. hat mich gemalt und ich trage heute sogar dasselbe Shirt wie auf dem Bild, das sie als Vorlage verwendet hat. Im Original habe ich aber mehr Bauchansatz.

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I. bekommt natürlich mal wieder die schicksten und smartesten Karten. Ich habe gar nichts mitgebracht und auch letztes Jahr wurden es nur ein, zwei, drei Mixtapes wie die von vor 10 Jahren. Kaufe aber immerhin Olivenöl und Bier, das schlechte Gewissen wird in Zaum gehalten.

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Nach der Party Chaos im Wohnzimmer, das ich samt Bollerofen für mich habe. In der Küche reden noch welche und spielen Hip Hop-Tapes bis 12 Uhr mittags. Danke dafür. Als erster wieder wach. Räume barfuß auf, weil alles andere keinen Sinn ergeben würde.

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Die Kids, die am Abend den Luftballon hatten kreisen lassen, hinterließen getrocknetes Gemüse. Mag dann beim Frühstück aber niemand essen.

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Auch dahin gehen wir nicht zum Essen, schön ist es trotzdem. Findet auch Michael.

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Rückweg, Busverspätung (klar): Diesmal hat Jan Skudlarek Geburtstag und ich seinen Band dabei, für mehr als ein Foto reicht meine Hirnkapazität aber nicht aus. Da ist nur Pye Corner Audio, der mich in Hypnagogie und Hauntologie summt.

Am Folgetag dann aber, in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit und zurück. Kenne die meisten Texte schon, alte Bekannte. Sowieso: Werde das Gefühl nicht los, bei ein, zwei Texten dabeigewesen zu sein. Sage Jan das bei Facebook und er meint, das Skudlareksche “wir” würde mich einschließen (vertippt: einschleißen). Der Gute macht uns ergo alle zu Lyrikgangstern, quasi.

Der Band: Die Sprache leckt sich den Scheitel und wirft digitalindigenen Fremdlingen wie mir ein paar Tropfen hin. Quellen und Codes clustern und denaturieren, die Grunderfahrungen sind schon irgendwie immer dieselben mit verrückten Perspektiven. Ist catchy wie üblich, lässt das Reich der Zeichen aber auch solches dastehen. In der Gesamtsicht betrachtet vereinzelt zu oft, sofern das Sinn macht. Würde das wohl jemandem geben, der_die sonst eher nicht so und so und trotzdem tendenziell mal gerne auf der Metaebene im Bällebad spielen würde.

Erste Auflage nicht zu Unrecht vergriffen, die zu Unrecht darum sich abwickelnde Facebook-Diskussion nicht begriffen.

Schönster Verleser: “Die Wirklichkeit detailliert feierlich an uns vorbei”. Was sonst.

Illustrationen: Simone Kornappel, die auch mal einen Text von mir bebildert hat, für die randnummer. Da war ich stolz wie sonstwas und wenn Jan das ebenfalls wäre, wäre er das zurecht. Ist er bestimmt, und zwar zurecht.

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Vor drei Jahren konnte ich mir nach der Buchmesse dieses beknackte visuelle Wortspiel nicht verkneifen. Ich bereue nichts. Beim neuen Band bot sich keins an, aber dieser Blogeintrag ist ebenso schon Metastatement. Ihr versteht. Oder nicht, das wäre ja noch schöner.

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One thought on “konkrittles #3 – Han(g)over und Jan Skudlarek

  1. Pingback: Ben Lerner – Abschied von Atocha bei Fixpoetry | konkrit

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