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konkrittles #2 – Forest Swords und Mogwai im Tempodrom

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Eine Aufnahme wie viele andere Aufnahmen. Ein bläuliches Bild poste ich auf Instagram mit den Worten “Genuinely bored Scots dwelling in depression”. Nicht immer ist klar, warum Mogwai auf der Bühne stehen.

Gerade noch rechtzeitig: Das erste Mal hier und planlos. Eine Freundin ist da, aber wie ich in schwarz gekleidet, deshalb müssen uns per SMS zusammenraufen. Sie war seit drei Jahren auf keinem Konzert, ich bin seit drei Jahren nirgendwo anders. /// Forest Swords mit Live-Bass, wie zuvor gewünscht; der Dub rollt, alles andere ist Trip-Hop und die immer selben Samples und Sounds. Toll, obwohl der Sound sich in der Manege verliert. Am Ende ein neuer Track: House, aber dekonstruiert, aber nicht zu sehr. /// Mogwai, selbst mir zu laut. Es ist das erste Mal, dass ich sie sehe. Ich liebe es und kann die Songs nicht unterscheiden. Als sie Hunted By A Freak spielen (den erkenne ich immer), fange ich fast an zu weinen. Vor Freude. Oder Scham über die Gefühle, die ich dazu damals hatte. (“Honestly, I can’t remember all my teenage feelings. They seemed too see-through to be true”, sang mal jemand auf der einen Platte für die Ewigkeit. Das toppt noch fast T. S. Eliots “Now that lilacs are in bloom / She has a bowl of lilacs in her room”.) /// Ich erzähle von dem dazugehörigen Video, diesem Vortex. Es ist vielleicht mein Lieblingsmusikvideo. Ich habe es nie zur Gänze gesehen, glaube ich, selbst nicht mit 16. /// Die Freundin nimmt ein Taxi – festes Einkommen macht faul. Wie gerne wäre ich faul, wie dringend notwendig das wäre. /// Mit einem passiv-aggressiven Kommentar beende ich im Gehen eine Facebook-Freundschaft. Es tut mir nicht leid. Muss es auch nicht, wie mir kurz darauf in einer Nachricht erklärt wird. Dann tut es mir doch leid. /// Am nächsten Morgen kommt in mir ein Witz auf: Ein Taxi zu nehmen, das käme nicht in Frage, da ja ein ehemaliger Kommilitone am Steuer sitzen und mich fragen könnte, was ich denn so in Anschluss an mein geisteswissenschaftliches Studium gemacht habe. Besser, dass ich den nicht bringe. /// Ebenso wie der maue Joke, das neue Bruce Springsteen-Album unter seinem Sun Kil Moon-Pseudonym sei sehr passabel. Wenn es um wirklich gute Musik geht, sollte ich ab und zu keine Nasenspitze riskieren. Pitchfork gibt eventuell zu recht 9,2. /// Tortoise geleiten mich stoisch-rhythmisch in den Tag, es wird ein ereignisloser werden. Das ist besser so.

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2 thoughts on “konkrittles #2 – Forest Swords und Mogwai im Tempodrom

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