Musik

Fis – Preparations EP

Fis PreparationsFIS

Preparations

Tri-Angle

Robin Carolan hat den tumblr-Barock mit der Todessehnsucht vermählt und randständigen Acts in Form seines Labels Tri-Angle ihre eigene Nische geschaffen. Eine sampledelische EP aus den tiefsten k-holes des Jenseits von Evian Christ, das Debütalbum des Düster-Dub-Eklektikers Forest Swords und die moderigen Sounds von The Haxan Cloaks Zweitwerk Excavation kurbelten den Hype weiter an.

Nun folgt Preparations des bisher eher unbekannten Fis. Warum der gemeinhin als Drums & Bass-Künstler verschubladet wird, bleibt beim ersten Durchhören aller perkussiven Restzappeligkeit zum Trotz schleierhaft. Die düster schmatzenden, langsam dahin robbenden Subbässe der vier Tracks erinnern eher unquantifizierte Trap-Beats, die durch Nebelwände wackeln und wobbeln. Aber alles, was hier gechoppt und gescrewet wird, wurde vorher zerstückelt, begraben und exhumiert. Nach dem Motto: Wenn der letzte purple drank geschlürft ist, stehen die Tore zum dirty south of heaven offen.

Der liegt im Falle von Olly Peryman, wie Fis bürgerlich heißt, jedoch nicht im Großstadtdschungel, sondern in Neuseeland. Seit er der 4000-Seelen-Suburbia von Sumner den Rücken gekehrt hat, lebt Peryman in der Landeshauptstadt Wellington, deren Einwohnerzahl es kaum mit der von Leipzig aufnehmen kann. Peryman hat sich bereits zuvor mit Maori-Traditionen auseinandergesetzt und lässt auf dem Opener »Magister Nunns« auch den geisterhaften Sound von traditionellen taonga pūoro-Flöten erklingen. Die vier Tracks wurden nicht vor dem Hintergrund urbaner Hektik und Clubkultur geschmiedet, sondern kommen aus dem Sumpf gekrochen.

Das sind Preparations für einen spannenden weiteren Werdegang, aber auch eine Beerdigung. Es nimmt Abschied: Das Stigma vom Drum & Bass-Produzenten, das sich Peryman wohl durch die Veröffentlichung früherer EPs auf einschlägigen heimatlichen Labels eingefangen hat. Stattdessen prangt jetzt der Tri-Angle-Stempel auf seinen Tracks. Ob das vorzuziehen ist, sei dahingestellt. Perymans Half-Time-Horror stolpert bestens auf den eigenen zwei Beinen.

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